Minijob-Stundenzettel nach § 17 MiLoG

Aushilfen am Wochenende in der Gastronomie: was auf den Stundenzettel gehört

Stand: 19. Oktober 2026 · Überblick mit Quellen, keine Rechtsberatung

Kurz gesagt

Warum die Gastronomie strenger dran ist

§ 17 MiLoG gilt für zwei Gruppen: für geringfügig Beschäftigte nach § 8 Abs. 1 SGB IV (Minijobs mit geringem Verdienst und kurzfristige Beschäftigungen) und für alle Beschäftigten in den Branchen, die § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz nennt. Das „Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe“ steht dort ausdrücklich (§ 2a Abs. 1 Nr. 2 SchwarzArbG).

Der Arbeitgeber ist danach verpflichtet, „Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit dieser Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages aufzuzeichnen und diese Aufzeichnungen mindestens zwei Jahre … aufzubewahren“ (§ 17 Abs. 1 MiLoG). Für ein Restaurant, eine Bar oder eine Pension heißt das: Der Stundenzettel ist Pflicht für die Minijobberin am Samstagabend genauso wie für die Teilzeitkraft in der Küche. Auch die kurzfristige Aushilfe für das Stadtfest-Wochenende gehört dazu.

Die Unterlagen müssen im Inland und auf Deutsch bereitliegen, auf Verlangen der Prüfbehörde auch am Ort der Beschäftigung (§ 17 Abs. 2 MiLoG). Prüfungen durch den Zoll (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) finden in der Gastronomie oft während des laufenden Betriebs statt, also gerade am Wochenende. Wer die Stundenzettel nur im Steuerbüro hat, sollte sie deshalb auch im Betrieb vorzeigen können.

Schicht über Mitternacht

Viele Wochenendschichten enden nach 24 Uhr. Am einfachsten ist es, die Schicht als eine Zeile beim Tag des Beginns einzutragen und das Ende mit Uhrzeit anzugeben. Die Dauer wird über Mitternacht gerechnet: Beginn 18:00, Ende 01:30, Pause 30 Minuten ergibt 7:00 Stunden. Die 7-Tage-Frist zählt ab dem Tag der Arbeitsleistung; sicher sind Sie, wenn Sie vom Tag des Schichtbeginns aus rechnen (7-Tage-Frist und Aufbewahrung).

Geteilter Dienst

Ein Mittagsservice von 11:30 bis 14:30 und ein Abendservice von 18:00 bis 22:30 ergeben 7:30 Stunden Arbeitszeit. Das Gesetz nennt nur Beginn, Ende und Dauer des Tages. Tragen Sie trotzdem beide Blöcke mit Beginn und Ende ein. Steht da nur „11:30 bis 22:30, Dauer 7:30“, kann niemand mehr nachvollziehen, wie die drei Stunden dazwischen zustande kommen. Ob die Unterbrechung als Pause zählt, ist eine andere Frage; mehr dazu unter Pausen im Minijob.

Ruhezeit zwischen Samstag und Sonntag

Nach dem Ende der täglichen Arbeitszeit braucht jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer „eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden“ (§ 5 Abs. 1 ArbZG). In „Gaststätten und anderen Einrichtungen zur Bewirtung und Beherbergung“ kann die Ruhezeit um bis zu eine Stunde verkürzt werden, „wenn jede Verkürzung der Ruhezeit innerhalb eines Kalendermonats oder innerhalb von vier Wochen durch Verlängerung einer anderen Ruhezeit auf mindestens zwölf Stunden ausgeglichen wird“ (§ 5 Abs. 2 ArbZG). Tarifverträge können weitere Abweichungen erlauben.

DatumBeginnEndePauseDauerRuhezeit danach
Sa, 7.11.202618:0001:300:307:00bis So 11:00 = 9:30
So, 8.11.202611:0016:000:005:00

Das Beispiel zeigt die typische Wochenendfalle: Wer nach dem Samstagabend am Sonntag zum Mittagsservice eingeteilt ist, hat nur 9:30 Stunden Ruhe. Das sind weniger als die 10 Stunden, die eine Gaststätte höchstens kürzen darf. Ein Beginn um 11:30 wäre mit 10 Stunden die äußerste Grenze. Die Verkürzung muss dann ausgeglichen werden, etwa mit 12 Stunden Ruhe vor einer anderen Schicht. An den Uhrzeiten auf dem Stundenzettel kann man das ablesen.

Arbeit am Sonntag und an Feiertagen

Grundsätzlich ruht die Arbeit an Sonn- und Feiertagen. In „Gaststätten und anderen Einrichtungen zur Bewirtung und Beherbergung“ dürfen Beschäftigte aber auch dann arbeiten, sofern die Arbeiten nicht an Werktagen vorgenommen werden können (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 ArbZG). Dafür gelten Grenzen (§ 11 ArbZG):

Bei einer Aushilfe, die nur am Wochenende kommt und unter der Woche nicht arbeitet, ist der Ersatzruhetag meist ohnehin gegeben. Die 15 freien Sonntage muss der Betrieb aber auch bei ihr im Blick behalten. Ein Stundenzettel mit Wochentag zeigt das auf einen Blick. Für Jugendliche unter 18 gelten bei Wochenend- und Abendarbeit eigene, strengere Regeln aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz.

Vor der ersten Schicht: Sofortmeldung und Ausweis

Praxis: so bleibt der Stundenzettel am Wochenende vollständig

Kostenlose Vorlage zum Ausdrucken oder als CSV, auch als Monatsblatt mit Datum · Minijob-Stundenzettel nach § 17 MiLoG: Aushilfen tragen Beginn, Ende und Pause nach der Schicht selbst per Link auf dem Handy ein. Schichten über Mitternacht werden richtig gerechnet, und am Monatsende gibt es den Stundenzettel als PDF oder CSV. Das Programm gibt nur Hinweise, die Verantwortung bleibt beim Betrieb.

Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Lohnberatung. Tarifverträge (etwa im Hotel- und Gaststättengewerbe) und Betriebsvereinbarungen können abweichende Regeln enthalten. Für Ihren Einzelfall wenden Sie sich bitte an Ihr Lohnbüro, Ihre Steuerberatung oder Rechtsberatung.